Klassik hat diese seltene Magie: Sie hält die Welt für einen Augenblick an, lässt den Saal atemlos werden und macht jeden Abend unwiederholbar. Genau das erwartet Sie in der neuen Saison: Fünf Konzerte, fünf völlig unterschiedliche Welten – präsentiert von herausragenden Ausnahmekünstler:innen, die Musik nicht nur spielen, sondern spürbar machen.
Saisonprogramm 2026/27
Saisonprogramm 2026/27
1. Abokonzert
Chur, Postremise, 19:00 Uhr
Details
Programm
Franz Schubert (1797–1828)
Streichquintett in C-Dur, D 956, op. post. 163
Antonín Dvorák (1841–1904)
Klavierquintett in A-Dur, op. 81 Nr. 2
Interpreten
Goethe String Quartet
Luke Hsu (USA), Violine
Laura Rickard (UK), Violine
Marthe Husum (NOR) Viola
Rainer Crosett (USA) Violoncello
Arne Zeller (DE), Violoncello
Manoush Ruken Toth (CH), Klavier
Alle vorgestellten Musiker verbindet die Förderung durch die Musikakademie in Liechtenstein, wo sie als Stipendiaten und auch Kammermusik-Partner wichtige Impulse weitergeben oder für ihre Karriere erhielten.
Goethe String Quartet
Gelobt für ihr „Spiel von solcher Leidenschaft und Autorität“ (Classical Source, 2023), entwickelt sich das Goethe String Quartet rasch zu einem der aufregendsten Streichquartette Europas. Das Quartett besteht aus Luke Hsu und Laura Rickard (Violinen), Marthe Husum (Viola) und Rainer Crosett (Violoncello). Das GSQ ist in den letzten Jahren bei Festivals in Grossbritannien, den USA und Europa aufgetreten und hat ein breites Spektrum an Werken von Haydn bis Berg sowie zeitgenössischer Musik aufgeführt. Zuletzt waren sie Artists-in-Residence bei Yellow Barn in Putney, Vermont (USA), wo sie sich auf Beethovens Streichquartett Op. 132 und drei für sie in Auftrag gegebene Werke der gefeierten Komponisten Eun Young Lee, William Cooper und Reinaldo Moya konzentrierten. Ihre Amerika-Tournee 2025 umfasste Debütauftritte bei Yellow Barn sowie im Raum Boston bei der Wayland Concert Series und der Wellesley Chamber Music. Ein Höhepunkt ihres Sommers 2025 wird ihr Debüt beim Presteigne Festival (Wales) und ihre Rückkehr zum Romsey Chamber Music Festival sein.
Das Quartett trat ausserdem beim HearAndNow Festival Amsterdam 2024 auf, wo es Bergs Op. 3 live auf NTR Radio 4 in den Niederlanden spielte, sowie beim Bartók Salon Amsterdam 2023 mit Bartóks Streichquartett Nr. 3. Sie haben mit Künstlern wie Donald Weilerstein, dem Doric String Quartet, Kim Kashkashian, Laurence Lesser, dem Parker String Quartet, dem Miró Quartet, Levon Chilingirian, Anthony Marwood, Roger Tapping, Gunther Pichler und Paul Katz zusammengearbeitet. Einzeln wurden die Mitglieder ebenfalls mit internationaler Anerkennung und Preisen ausgezeichnet, darunter: Concours Reine Elisabeth 2019 (Preisträger), Pierre Fournier Award 2018 (Gewinner), Isaacs and Pirani Competition (1. Preis), Verão Clássico Chamber Music Competition (1. Preis) und Ehrenmitgliedschaften (Associateships) der Royal Academy of Music.
Manoush Ruken Toth
Manoush Ruken Toth
Geboren 2006 auf La Palma, legte Manoush einen echten Frühstart hin: Geige mit zwei, Klavier mit acht. 2025 schloss sie ihr Bachelorstudium in Basel bei Claudio Martinez Mehner und Zoltán Fejérvári mit Bestnote ab – den Preis für das beste Bachelorkonzert gab es obendrauf. Ach ja, und Geige studierte sie im Nebenfach gleich mit. Seit ihrer Kindheit gewinnt sie renommierte Musikpreise, vertrat die Schweiz 2026 beim europäischen Jugend- Musikwettbewerb in Jerewan und lernte von bekannten Meistermusikern. Ob als Solistin mit Spitzenorchestern oder im Trio mit ihren Geschwistern – sie konzertiert weltweit und begeistert durch ihre mitreissende Energie und einen funkelnden Klang.
Arne Zeller
Arne Zeller
Der Cellist Arne Zeller, der bereits in den Konzertreihen des Konzertvereins Chur aufgetreten ist, wurde für seine „völlig mühelose Virtuosität“ (SWR Kultur), technische Brillanz und seinen tiefgründigen musikalischen Ausdruck gelobt. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er durch bedeutende Auszeichnungen, darunter sowohl der 1. Preis als auch der Publikumspreis beim Internationalen Cello-Wettbewerb 2025 in Budapest sowie der Hans-Gál-Solistenpreis 2026. Er konzertiert in ganz Europa, Asien und Nordamerika und wird von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten regelmässig als eines der vielversprechendsten Nachwuchstalente seiner Generation gewürdigt.
2. Abokonzert
Chur, Postremise, 19:00 Uhr
Details
Programm
Franz Schubert / Franz Liszt
Soirees de Vienne No. 6
Helmut Lachenmann
Schubert-Variationen
Franz Schubert / Franz Liszt
Der Wanderer (nach dem Lied D. 489)
Franz Liszt
Vallée d’Obermann (aus Années de pèlerinage I)
Franz Schubert
4 Impromptus D. 899
Frédéric Chopin
Andante spianato et Grande Polonaise brillante, op. 22 Es-Dur
Klassische Musik als kulturelles Kapital?
Ein aufrüttelnder Essay des Pianisten Can Çakmur
Ein ehrlicher und unbequemer Blick hinter die Kulissen des internationalen Konzertbetriebs: Der Pianist Can Çakmur hinterfragt die Rolle der klassischen Musik in unserer heutigen Zeit. Er beschreibt den inneren Zwiespalt von Künstler:innen, die oft nur als Statussymbole einer elitären Gesellschaft fungieren, während die wahre, tief menschliche Kraft der Musik auf der Strecke bleibt.
Çakmur warnt vor elitärem Snobismus und der politischen Instrumentalisierung von Kunst. Sein leidenschaftliches Plädoyer: Wir müssen den Glamour ablegen und die Musik wieder als das begreifen, was sie im Kern ist – ein zweckfreier, revolutionärer und zutiefst verbindender Akt der Menschlichkeit.
Den vollständigen Essay lesen Sie unter:www.cancakmur.com
Can Çakmur
Gewonnene Wettbewerbe sind das eine, aber Can Çakmur will mehr: Er brennt für tiefgründige Konzeptprojekte und ein clever durchdachtes Repertoire. Bestes Beispiel: Sein aktuelles Mammutprojekt mit dem Label BIS Records. Bis 2028 nimmt er zwölf Alben auf, die die Klavierwerke von Franz Schubert in einen spannenden Dialog mit moderneren, von Schubert inspirierten Stücken bringen. Ein echter Tiefen-Tauchgang statt nur Pflichtprogramm.
Die Fachwelt feiert ihn dafür regelmässig ab. Seine Alben räumen Preise ab wie andere Instagram-Likes, darunter mehrfach die International Classical Music Awards (u. a. als «Young Artist of the Year»), der Diapason d’Or und der Gramophone Editor’s Choice.
Als Solist bespielt er die ganz grossen Bühnen weltweit – von der Wigmore Hall in London über die Berliner Philharmonie bis zur Suntory Hall in Tokio. 2024 hatte er zudem die Ehre, den frisch restaurierten Liszt-Flügel in Weimar einzuweien. Wenn er nicht gerade mit hochkarätigen Kolleg:innen Kammermusik macht oder als Kawai Artist unterwegs ist, gibt er sein Wissen weiter: Seit 2022 ist er als Klavierprofessor am renommierten Trinity Laban Conservatoire in London tätig.
Als Kammermusiker begleitet er mehrere Intensivwochen für Stipendiaten in der Musikakademie Liechtenstein.
3. Abokonzert
Chur, Postremise, 19:00 Uhr
Details
Programm
Beethoven/Liszt
9. Symphonie für 2 Pianos
Vadym Kholodenko
Kraftvolles Tastengewitter, ein gigantisches Repertoire und eine Poesie, die an die ganz Grossen der goldenen Klavier-Ära erinnert: Vadym Kholodenko spielt schlicht in einer eigenen Liga. Spätestens seit seiner Goldmedaille beim legendären Van Cliburn International Piano Competition reisst sich die Klassikwelt um den in Kyjiw geborenen und heute in Luxemburg lebenden Ausnahmepianisten.
Ob London Philharmonic, Philadelphia Orchestra oder die Wiener Symphoniker – Kholodenko ist Stammgast bei den weltbesten Orchestern und feierte jüngst sein Debüt bei den Londoner BBC Proms. Die Liste seiner Partner am Dirigierpult liest sich wie das Who’s Who der Szene (u. a. Karina Canellakis und Sir Antonio Pappano). Auch solo bringt er die Säle von New York bis Paris zum Kochen. The Guardian schwärmt von seiner «eisernen Technik, die im nächsten Moment in kristalline Zartheit umschlagen kann».
Nebenbei ist er leidenschaftlicher Kammermusiker (u.a. im Duo mit Alena Baeva) und ein echter Studio-Dauerbrenner. Seine Einspielungen – von Bach bis Prokofjew – werden regelmässig mit Preisen wie dem Diapason d’Or de l’année überschüttet. Sein Erfolgsrezept? Ein fotografisches Musikgedächtnis und ein Spiel, das laut Kritikern «ausserhalb jedes Kompromisses» steht.
Illia Ovcharenko
Wir geben es zu: Er ist einer unserer Lieblingspianisten und hat schon zweimal in Chur restlos begeistert – jetzt kommt auf seine Initiative hin dieses aussergewöhnliche Konzertereignis zustande. Illia zusammen mit Vadym Kholodenko an zwei Konzertflügeln! Dass wir dies so in Chur machen können, ist schier unglaublich.
Sein Traum begann mit sechs Jahren: Nach einem Tschaikowski-Konzert stand für den in der Ukraine geborenen Illia Ovcharenko fest, dass er Pianist werden will. Heute gehört er zu den gefeiertsten Nachwuchsstars der Klassikwelt. Er hat bereits über 20 internationale Wettbewerbe aufgemischt – sein grösster Erfolg war der Gewinn der renommierten Honens International Piano Competition in Kanada, die jeweils den «kompletten Künstler» suchen.
Nach Stationen in Kyjiw und Tel Aviv lebt Ovcharenko aktuell in Hannover, wo er bei Klavierlegende Arie Vardi studiert. Für ihn ist das Klavier kein blosses Instrument, sondern ein echter Freund und ein Sprachrohr für die Seele. Auf der Bühne blüht er vor allem beim romantischen Repertoire auf.
Die Liste seiner Auftrittsorte liest sich wie ein Reiseführer der Luxusklasse: Carnegie Hall, Elbphilharmonie Hamburg und das Concertgebouw Amsterdam gehören längst zu seinem Terminkalender. Auch im Studio sorgt er für Furore: Sein Album Whispers & Thunder wurde vom Gramophone Magazine zu den besten Klassik-Alben gezählt, wobei die Kritik sein Spiel als «Eisenfaust im Nerzhandschuh» adelte. Wenn der Roger-Federer-Fan mal nicht am Flügel sitzt, entspannt er sich übrigens beim Origami.
4. Abokonzert
Chur, Postremise, 19:00 Uhr
Details
Programm
Johann Sebastian Bach
Partita Nr. 2 c-moll BWV 826
Suite Nr. 4 Es-Dur für Violoncello solo BWV 1010
Eugène Ysaÿe
Solo-Sonate d-Moll, op. 27,3 Ballade
Hanns Eisler
Duo für Violine und Violoncello op. 7,1
Frieda Magdalene Hollmer spielt bei diesem Konzert sowohl Klavier, wie auch Violine. Aussergewöhnlich!
Frieda Magdalene Hollmer
Frieda Magdalene Hollmer
Frieda Magdalene Hollmer wurde 2014 in Köln in eine Musikerfamilie geboren. Frieda wählte für sich die Instrumente Violine und Klavier und erhält seit 2019 in beiden Instrumenten Unterricht an der Rheinischen Musikschule Köln in den Klassen von Michaela Zirnbauer, Violine und Maria Zeidler-Kröll, Klavier.
Sie bekam weitere Anregungen bei Meisterkursen mit Prof. Ingolf Turban, Prof. Wolfgang Manz und Prof. Jacques Ammon. Seit 2022 ist sie zusätzlich im Netzwerk der Hochschule für Musik Rostock bei Prof. Christiane Hutcap.
Frieda ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe. Sie erspielte sich in den Jahren 2020–2023 bei Jugend Musiziert jeweils erste Preise mit Höchstpunktzahl in den Kategorien Streicher-Ensemble (Trio und Duo), Duo Klavier und ein Streichinstrument, Klavier vierhändig, Violine Solo und Klavier Solo.
Mit ihrem Bruder Oscar (Violoncello) bildet sie ein festes Streichduo, das im Mai 2023 den Kammermusikförderpreis Nordrhein-Westfalen gewann. Ausserdem sind sie beide Stipendiaten der Musikakademie Liechtenstein und nehmen an den dort stattfindenden Intensivwochen und Aktivitäten der Akademie teil.
Oscar Benjamin Hollmer
Oscar Benjamin Hollmer
Oscar Benjamin Hollmer wurde 2010 geboren und begann früh mit dem Cellounterricht. Seit 2020 ist er Jungstudent in der Klasse von Prof. Christoph Richter an der Folkwang Universität der Künste in Essen und bei Prof. Bonian Tian.
Er nahm aktiv an Meisterkursen von Prof. Troels Svane, Prof. Tanja Tetzlaff, Friedrich Thiele und Prof. Gabriel Schwabe teil. Oscar ist Preisträger verschiedenster Wettbewerbe. Speziell herausragend ist auch dass er 2024 den Förderpreis beim 39. Bundeswettbewerb Jugend komponiert gewann.
Beim 32. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds 2025 wurde Oscar mit einem Violoncello von Lorenzo & Tomaso Carcassi, Florenz, ca. 1768, ausgezeichnet.
5. Abokonzert
Chur, Postremise, 19:00 Uhr
Details
Programm
Simone Keller Quintett :
Mateusz Szczepkowski (PL) Violine
Erika Schutter (CH,JP) Violine
Geneviève Strosser (FR) Viola
Judith Gerster (CH) Violoncello
Simone Keller (CH) Klavier
Johann Sebastian Bach
«Actus tragicus» BWV 106, Sonatina arrangiert für Klavierquintett
Julia Amanda Perry
«By the Sea» arrangiert für Klavierquartett
Jessie Montgomery
«Peace» für Violine und Klavier
Ruth Crawford Seeger
«Study in Mixed Accents» für Klavier solo
String Quartet
Julia Amanda Perry
«I'm A Poor Little Orphan In This World» arrangiert für Klavierquintett
Johann Sebastian Bach
«Ricercar a 6» aus dem «Musikalischen Opfer» BWV 1079, arrangiert für Klavierquintett
Robert Schumann
Klavierquintett Es-Dur op. 44
Musik als Modell des Zusammenlebens
Ein Abend gestaltet von Simone Keller
In einer Gegenwart, in der gesellschaftliche, politische und kulturelle Konflikte weltweit an Intensität und Gleichzeitigkeit zunehmen, ist das Nachdenken über Frieden dringlicher denn je. Die von Simone Keller zusammenge-stellte Kammermusikgruppe versteht Musik dabei nicht als harmlose Gegenwelt, sondern als einen Raum, in dem Formen des Zusammenlebens, der Koexistenz und des Widerspruchs hör- und damit reflektierbar werden.
Simone Keller Quintett
Mateusz Szczepkowski Der in Polen geborene Musiker schloss sein Studium in der Schweiz mit Auszeichnung ab und unterrichtete dort jahrelang. Er blickt auf eine vielseitige Karriere als Stimmführer, Leiter und Mitglied renommierter Ensembles zurück.
Erika Schutter Die japanisch-schweizerische Violinistin prägte als leidenschaftliche Kammermusikerin über zehn Jahre das international erfolgreiche Medea Trio und ist aktuell die Stimmführerin der 2. Geigen bei den Lucerne Festival Strings.
Geneviève Strosser Nach ihrer Ausbildung in Frankreich und Meisterkursen bei bedeutenden Lehrkräften etablierte sie sich in führenden Ensembles für Neue Musik. Sie arbeitet eng mit zeitgenössischen Komponist:innen zusammen und gibt ihr Wissen an der Musikakademie Basel weiter.
Judith Gerster Nach einem Ausflug in die Baukunst wandte sie sich ganz der Tonkunst zu und erwarb ihr Reifezeugnis in Basel und Zürich. Heute verknüpft sie ihre Leidenschaft für das Zusammenspiel in festen Besetzungen mit historischer Aufführungspraxis und der Begleitung des Nachwuchses.
Simone Keller Die Schweizer Pianistin deckt ein breites Feld von Klassik über Neuzeit bis hin zu spartenübergreifenden Kunstformen ab. Für ihr weltweites Schaffen und ihr Engagement wurde sie mit zahlreichen bedeutenden Preisen geehrt. 2022 wurde sie mit dem Schweizer Musikpreis und dem Thurgauer Kulturpreis ausgezeichnet. 2025 durfte sie den Zürcher Kunstpreis entgegennehmen.